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Sophie Taeuber-Arp

Die Marionetten der Schweizer Künstlerin Sophie Taeuber-Arp (1889 – 1943) zählen zu den wichtigsten und ausgefallensten Kunstwerken der klassischen Moderne. Sie wurden 1918 im Rahmen der Ausstellung des Schweizerischen Werkbunds in Zürich für das Puppenspiel „König Hirsch“ gestaltet. Das tragikomische Märchen, vom Venezianer Carlo Gozzi 1762 uraufgeführt, handelt vom König Deramo, der im Dienste der Suche nach der richtigen Ehefrau einen Brautwettbewerb veranstaltet. 1918 wurde das Stück dadaistisch bearbeitet, modernisiert und mit reichlich Zürcher Lokalkolorit ausgeschmückt. So erscheint das Stück u.a. als Parodie auf die damals stark umstrittene Psychoanalyse Sigmund Freuds, in Zürich durch C.G. Jung vertreten.

Diese Figuren von ausserordentlicher Ausdruckskraft vereinen Dada Performance, konkete und konstruktivistische Kunst. Sie sind aus Holz gedrechselte Skulpturen, die aus lauter geometrischer Formen – Zylindern, Konussen und Kugeln – zusammengesetzt sind. Ursprünglich wurden die Elemente durch Gelenke aus Metallösen verbunden. In dieser Edition sind diese durch Metalldrähte ersetzt, damit die Figuren ohne Schnüre flexibel umgestaltet werden können. Die Marionetten sind um genau 1/3 ihrer Originalgrössse reduziert.

Die Wache, die 1918 den eben zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieg thematisierte, verkörpert mit mehreren Köpfen ohne Gesichter, vielarmig und mehrfach bewaffnet, eine ganze Armee.

In diesem Puppenspiel verwandelt sich der König in einen Hirsch, dessen Geweih aber eher den Zangen eines Hirschkäfers ähnelt.

Sophie Taeuber-Arp war zu dieser Zeit Lehrerin an der Kunstgewerbeschule Zürich im Textilfach. Zugleich war sie auch stark engagiert als Tänzerin im Umfeld von Rudolf von Laban, dem Begründer des Ausdrucktanzes. Ihre Marionetten enthielten jene Neuerung, die die konkrete Kunst einleitete: ohne jegliche reduktive Umformung realer Dinge baute sie aus geometrischen Grundelementen autonome Kompositionen auf. Damit vollzog sie auf der Marionettenbühne den Bruch mit der Vergangenheit auf eine Weise, die nicht hätte radikaler sein können.

Die 17 Originalmarionetten befinden sich in der Sammlung des Museums für Gestaltung Zürich (Museum of Design Zürich).
Original Dada Marionette Design 1918
Licensed Edition in Zusammenarbeit mit
dem Museum für Gestaltung Zürich
Made in Germany by IC Design AG,
Zürich, Switzerland

STA-KO
König
CHF 540.00
Original Dada Marionette Design 1918
Licensed Edition in Zusammenarbeit mit
dem Museum für Gestaltung Zürich
Made in Germany by IC Design AG,
Zürich, Switzerland

STA-HI
Hirsch
CHF 280.00
Cabaret Voltaire – der Geburtsort des Dadaismus anno 1916
Original Dada Marionette Design 1918
Licensed Edition in Zusammenarbeit mit
dem Museum für Gestaltung Zürich
Made in Germany by IC Design AG,
Zürich, Switzerland

STA-WA
Wächter
CHF 320.00
100 Jahre Dada
Am 5. Februar 1916 gründete Hugo Ball mit seiner Freundin Emmy Hennings in Zürich in der Spiegelgasse 1, unweit von Lenins Exilwohnung, das Cabaret Voltaire. Hier fanden Konzerte, Theatervorführungen, Rezitationen, Vorträge und Lesungen statt. Die Vorträge wurden zunehmend durch Trommeln, Schlagen und auch Verwendung zweckentfremdeter Gegenstände, wie zum Beispiel leerer Kisten, ergänzt. Das Publikum reagierte zunächst sehr verwundert, ja eingeschüchtert. Zu den Hauptaktivisten der Dada Künstler gehörten Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Marcel Janco,  Richard Huelsenbeck, Hans Arp, Sophie Taeuber und Man Ray.
Kleine Dada Soirée, 1922 lithograph by Theo van Doesburg with Kurt Schwitters.